Meine 5. Teslaspule sollte eine 4 Zoll Secondary mit 625mm Windungslänge werden. Ziel dieser Spule war es, die Sparklänge auf das dreifache der Windungslänge zu bringen, also 1875mm. Das ist ganz schön viel für eine 4" Spule und ich glaube auch, dass diese Länge noch keiner geschafft hat. Noch ein Grund mehr, dieses Ziel anzustreben. Die Secondary wurde mit 0,6mm Kupferlackdraht gewickelt, die mir ein Freund besorgt hat. Die oberste Wicklung wurde aus 3,8mm Kupferdraht gefertigt, um Korona zu vermeiden.
Zu Beginn verwendete ich Flaschenkondensatoren mit einer Kapazität von ca. 38nF. Außerdem baute ich verschiedene rotierende Funkenstrecken, wobei aber der Motor für 60Hz Betrieb zu langsam war. Der erste MMC den ich baute bestand aus 30 Parallelkondensatoren mit je 1nF@10KV, der beim ersten Lauf natürlich explodierte. Die Salzwasserkondensatoren und Rotarygaps wurden auch ziemlich bald nach den ersten Tests wieder ausgebaut.
Die GND-Connection bestand aus einem 20mm breiten Kupferband, das mit der Erdung verbunden wurde. Die Primary bestand aus 12 Windungen 6mm Kupferrohr die in einem Winkel von 22,5° auf eine 8mm Plexiglasscheibe montiert war. Die 22,5° Befestigungswinkel bestanden auch aus Plexi. Alle 8mm Plexiteile wurden mir von meiner Schule zur Verfügung gestellt.
Für den Tank-Cap wurde der 15nF MMC der 3" Tesla verwendet. Natürlich war dieser MMC viel zu klein und sollte auf jeden Fall 40nF haben, aber leider hatte ich im Moment kein Geld dafür.
Der Topload wurde aus 100mm Aluminium-Lüftungsrohren und Aluminiumklebeband gefertigt. Die Funkenstrecke bestand aus einem 800W Vakuummotor, ein paar 2" PVC-Röhren und 13mm Kupferrohren, also eine Vakuum- Funkenstrecke. Wegen des Lärms und der Leistung wurde ein Trafo mit 100V Sekundärspannung davorgeschalten.
Der erste Lauf der 4" Spule fand am 30. Juni 2004 statt. Dabei erreichte ich eine Funkenlänge von 1000mm. Für den ersten Run war ich zufrieden, obwohl ich mir etwas mehr erwartet hätte. An diesem Punk möchte ich noch bemerken, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen HV-Filter installiert hatte, auch des Geldes wegen. Ich möchte grundsätzlich von Läufen ohne Filter abraten, weil es gefährlich für die Trafos und den Kondensator sein kann. Auch noch gefährlich an dieser Spule ist der fehlende Strikerail, den ich bei Gelegenheit nachrüsten muss.
Als Powersupply verwendete ich alle 6 Neons von Neon Haid für insgesamt 9KV@150mA also 1350VA. Doch auf dem Amperemeter am Teslacontroler wurde beim 1. Lauf 12A angezeigt, also gehe ich davon aus, dass das Powersupply ca. 2KVA bis 2,5KVA hat.
Einen Tag nach dem ersten Run beschloss ich die MMCs aus den anderen Spulen auch auszubauen und parallel zum bereits eingebauten 3" MMC zu hängen also wurde der 6,8nF MMC der 1" Tesla parallel zum 10nF MMC der 2" Tesla parallel zum 15nF MMC der 3" Tesla gehängt für eine Gesamtkapazität von 31,8nF. Auch noch nicht die benötigte Primärkapazität, aber besser als nix.
Beim 2. Run erreichte ich 1250mm Funkenlänge zu einer geerdeten Aluminiumleiter. Die Leiter und ein Arbeitstisch waren in diesem Moment die einzige Erdung, die ich verwendete. Mit diesem Ergebnis war ich einigermaßen zufrieden (immerhin schon 2* Windungslänge). Trotzdem bin ich mir darüber im Klaren, dass es nicht einfach ist, auf 3* Windungslänge zu kommen. Als ich beschloss, ein Video von der Teslaspule bei Voller Leistung zu drehen, rauchte es plötzlich nach 1 Minute Funken aus meinem Teslacontroller. Der Regeltrafo, der dort eingebaut war, hatte leider nur eine Stromfestigkeit von max. 8 Ampere, ich habe aber 12 Ampere gezogen, und so ist er abgebrannt, war zwar nur 20 Euro teuer, aber so billig bekomme ich einen Regeltrafo sicher nie wieder,shit!